Anthropozän?

6. Feb. 2019 von Antje Garrels-Nikisch

Ich meine, es gibt Herausforderungen, da sind alle Menschen Wir. Weil sehr bald alle Menschen hochwahrscheinlich existenziell davon betroffen sind. Diese hier haben wir selbst erzeugt: Das Phänomen Anthropozän.

Keine Ahnung, wie du das siehst - aber ich denke, das Anthropozän besteht in mehr als darin, dass wir mit dem Erdsystem die menschliche Existenzgrundlage überstrapazieren. Wir beginnen auch, uns auch selbst zu überfordern. Mit KI-Technologien, die vielen einzelnen schon jetzt mehr oder weniger über den Kopf wachsen, aber uns auch als Spezies an Intelligenz übertrumpfen können. Vielleicht ist das gut, vielleicht schlecht. Vielleicht in einigen Punkten so, in anderen anders.

Wer sich Gedanken über Nachhaltigkeit macht, sollte nicht blind für das Thema KI sein. Nachhaltig wichtig ist, was wahrscheinlich genug alle Menschen existenziell betreffen kann.

Wer jetzt gelesen haben will, ich sei "gegen" KI oder technologiefeindlich, irrt. Aber ich wäre froh, wenn mehr von uns zukünftig öfter besser hinschauen und viel darüber reden, wo wir hinwollen mit KI. Sonst können wir das nicht herausfinden. In den Sternen steht es nämlich nicht.

Aber gibt es das Anthropozän überhaupt? Der Expertenstreit unter Geologen, ob der Begriff wissenschaftlich berechtigt ist, interessiert mich hier kaum. Ich finde "Anthropozän" gut, weil das Wort vieles sinnvoll auf eines reduziert: Menschgemachte Probleme, die allen Menschen sehr wahrscheinlich, wenn nicht schon jetzt, dann sehr bald, existentzielle Probleme machen können.

Es gibt sicher Konstruktiveres zu tun als zu überlegen, wer schuld ist und deren Stellvertreter zu entlassen.