Klimaproblematik: Kopf aus, Bauch an?

28. Juli 2019 von Antje Garrels-Nikisch

Keines von beiden ist die einzig sinnvolle Antwort. Der Bauch ist ein feinnerviger Dektor und warnt, bevor der Kopf Zeit hat, über das Warum nachzudenken. Deshalb ist es nicht gut, zu oft Bauchgefühle um der Vernunft willen wegzudrücken. Allerdings ist einer Gefühlswarnung nicht anzusehen, ob der Bauch, der sie aussendet, recht hat. Mein Bauch jedenfalls hat mir öfter mal haarsträubenden Mist erzählt, der sich akut verdammt richtig anfühlte.
Deshalb verbringe ich inzwischen viel Zeit damit, mir transparent zu machen, wovon ich unbewusst ausgehe, denn nur so kann ich bewerten, was ich davon halte.

Intuition versagt oft, wenn sich gerade vieles ändert
Intuition ist ein umso besseres Tool, je stabiler die Umwelt ist, in der die entsprechende Intuition sich entwickelt hat. Je stabiler Prozess in der Umwelt laufen, umso besser trifft Intuition die Lage. Wenn sich gerade vieles ändert, taugt Intuition oft wenig.
In sehr dynamischen Umwelten - zeitlichen Phasen oder räumlichen Umgebungen - ist oft kontraintuitives Handeln richtiger, das sich rational sattelfest an objektiven Daten begründen lässt. Rational ist m. E. die einzig sinnvolle Sprache, in der sich Intuitionen sinnvoll austauschen lassen und gemeinsam entschieden werden kann, wie es weitergehen soll. Gefühlte Widersprüche lassen sich nicht sinnvoll extern prüfen.
Oft hat Intuition recht - rauszufinden worin genau, macht Sinn, bevor man ihr blind folgt.

Sozial weiträumiges Zusammenrücken: religiös oder politisch.
Die aktuelle Umwelt- und Klimaproblematik ist ein bauchseitig gefühlter, harter Anlass, an dem viele Leute - mir scheint zunehmende viele - sich entscheiden, sich entweder religiös oder politisch anderen zuzuordnen, die sie nicht näher persönlich kennen und gemeinsam Zielvorstellungen und Strategien zu verfolgen.

Gemeinsam rational verhandeln, alle sozial berücksichtigen.
Dass gerade viele in Sorge sind, ist nur zu verständlich. Jetzt gemeinsam wann immer nötig vieles rational zu entscheiden, und dabei alle sozial zu berücksichtigen, macht Frieden, den - da bin ich sicher -, irgendwie alle auf die Dauer wollen, so viel wahrscheinlicher als hart ausgetragene religiöse oder politische Konflikte.

(Bild von Pexels auf Pixabay. Danke!)